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Feuerwehr muss durchs Nadelöhr

Frankfurter Rundschau

Falschparker können ein zeitraubendes Hindernis auf dem Weg zum lebenswichtigen Einsatz sein. FR-Mitarbeiter Jöran Harders war mit der Eppsteiner Feuerwehr unterwegs.

 

 

Langsam steuert Bernd Hildebrandt das Feuerwehrauto vom Typ LF 16 durch die Straßen von Niederjosbach. Der Zugführer und Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr hat es heute nicht eilig, denn ausnahmsweise ist er nicht unterwegs zu einem Einsatz. Die Fahrt mit dem Löschfahrzeug durch den Ort dient einem anderen Zweck.

Hildebrandt und Wehrführer Mike Herrmann sind auf der Suche nach Engstellen, an denen die Einsatzkräfte im Ernstfall wertvolle Zeit verlieren würden. Das Problem sei dabei weniger, dass die Straßen im Ortskern zum größten Teil ziemlich schmal sind. „Wir wissen ja, wo wir mit dem Auto durchkommen und wo nicht“, erläutert Herrmann. Je nachdem, wo es brennt, werde der Einsatz entsprechend geplant. Schwierig werde es jedoch, wenn sich Autofahrer beim Parken nicht an die Regeln halten. „Oft werden Autos so abgestellt, dass ein PKW gerade noch vorbeipasst“, sagt Herrmann. Für die breiteren Feuerwehrfahrzeuge ist an einem solchen Nadelöhr kein Durchkommen. In diesem Fall müssen sich die Feuerwehrleute auf die Suche nach dem Autobesitzer machen, damit dieser das parkende Verkehrshindernis entfernt.

„Wir klingeln dann an den nächstgelegenen Haustüren und schalten das Martinshorn an“, beschreibt der Wehrführer das übliche Vorgehen. Doch weil es auf dem Weg zu einem Brand meist auf jede Sekunde ankomme, könnten die Helfer auf derartige Verzögerungen gut verzichten.

Innerhalb von zehn Minuten soll die Feuerwehr nach dem Notruf am Einsatzort sein − so sieht es die entsprechende Regelung des Landes Hessen zu den Hilfsfristen für Feuerwehr und Rettungsdienste vor. „Bisher ist es unserer Wehr immer gelungen, diese Frist einzuhalten“, stellt Feuerwehrdezernent und Erster Stadtrat Alexander Simon (CDU) fest. Doch auch wenn wegen falsch abgestellter Autos bis jetzt noch nichts Schlimmes passiert sei, appelliert Simon dringend, beim Parken auch an die Feuerwehr zu denken. Dabei gehe es nicht nur darum, sich an Halteverbote und markierte Parkbuchten zu halten. Ebenso wichtig sei es, dass die vorgeschriebene Durchfahrtsbreite von 2,50 Metern freigehalten werde und dass Fahrzeuge nicht über den Deckeln für die Hydranten abgestellt würden. „Ansonsten können wir, selbst wenn wir bis zum Brandort kommen, mit unserem Fahrzeug nichts ausrichten“, sagt Mike Herrmann.

Genug Platz braucht das Löschfahrzeug nämlich nicht nur auf dem Weg, sondern auch am Ziel. Denn die seitlich herausfahrenden Schubladen für die Ausrüstung müssen sich öffnen lassen; und wenn die Leiter gebraucht wird, müssen zusätzlich Stützen verwendet werden.

Oft sei es nur Gedankenlosigkeit, wenn Autobesitzer mit ihren Gefährten den Weg blockierten, so Simon. Doch es gibt auch Unbelehrbare, die grundsätzlich an der engsten Stelle der Straße parken, nur um sich ein paar Schritte bis zur Haustür zu ersparen. ( jöh)

 
 
 
 
 

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